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Waldbaden – Entspannungstrend aus Japan

In einer Badewanne entspannt im Wald dümpeln? Klingt gut, aber nein, so funktioniert Waldbaden definitiv nicht! Aber so, wie es klingt, so entspannt ist es auch. 

Wie kann man sich Waldbaden vorstellen?
Anders als beim Spazierengehen oder Joggen im Wald, wo man den Wald eher als Spaziergehfläche nutzt und mehr anderen Dingen die Aufmerksamkeit schenkt als dem Wald, geht es beim Waldbaden darum, ganz bewusst wahrzunehmen und sich richtig intensiv auf die Waldumgebung einzulassen. Es geht beispielsweise nicht um die Strecke, die man im Wald zurücklegt, sondern: Man schlendert herum, macht Pausen an schönen Orten, beobachtet, hört dem Rauschen des Waldes zu. Ein schönes Waldbad sollte ungefähr zwei Stunden andauern und man könnte in der Zeit 2 bis 3 Kilometer zurücklegen. Hier sieht man schon: Der Weg ist das Ziel. 

Beim Waldbaden geht’s vor allem auch um das Wahrnehmen mit allen Sinnen. Wie fühlt sich der Baum, der Boden oder das Moos an? Zwitschern Vögel in den Bäumen? Wie riechen Walderde und Blumen? Man kann zum Beispiel mit einem Ritual beginnen, um sich den Schritt vom Alltag in die Natur bewusst zu machen. Neben dem Spüren und Beobachten, lassen sich in das Waldbad auch Meditationen und Atemübungen integrieren.

Doch Entspannen, Gedanken abschalten und einfach nur im Hier und Jetzt sein klingt oft deutlich einfacher als es ist. Also was kann man machen, wenn einem das Ganze schwerfällt? Am besten ruhig bleiben – und versuchen, den kleinen Dingen, die im Wald zu finden sind, seine Aufmerksamkeit zu schenken. Hier findest du weitere Infos zum Thema Achtsamkeit.

Herkunft des Waldbadens
Doch woher stammt diese Idee? Waldbaden wird unteranderem Shinrin Yoku genannt. Das ist ein japanischer Begriff und kann mit „Baden in der Waldluft“ übersetzt werden. Dass die Natur eine erholsame Wirkung hat, ist nicht unbekannt. Der Akasawa-Wald in Japan wurde 1970 als erster „natürlicher Erholungswald“ ausgewiesen und seit den 80er Jahren gibt es in Japan geleitete Waldveranstaltungen. Shinrin Yoku wird inzwischen auch wissenschaftlich untersucht. 

Waldbaden stärkt das Immunsystem
Neben dem angenehmen „grün“ für die Augen hat das Waldbaden noch mehr positive Auswirkungen für den Körper: Blutdruck, Blutzuckerspiegel und Stresshormone werden gesenkt, zudem steigt das Hormon DHEA. Studien haben gezeigt, dass dieses Hormon sowohl stress-, als auch altersbedingten Vitalitätsstörungen und Ermüdungserscheinungen im Körper entgegenwirken kann. 

Besonders interessant ist auch der Fakt, dass das Immunsystem bei einem Besuch im Wald gestärkt wird: Bäume verteilen sogenannte Terpene, das sind bioaktive Stoffe und dienen als Kommunikationssystem der Bäume. Mithilfe der Terpene können sich Bäume gegenseitig warnen, wenn beispielsweise ein Baum von einem Fressfeind befallen wurde. Und nun aufgepasst: Diese Terpene kommunizieren eben auch mit dem menschlichen Immunsystem. Die eigenen natürlichen Killerzellen werden erhöht, wenn man auf diese Terpene trifft. Dies stärkt das Immunsystem. Klar passiert das nicht nur beim Waldbaden, sondern natürlich auch bei einer Wanderung, einem normalen Spaziergang oder bei einer Joggingrunde im Wald. Der Wald ist also nicht nur für unsere Seele, sondern auch für unsere Gesundheit ein wahres Wunderwerk.

Welcher Wald ist geeignet für Shinrin Yoku?
So, aber jetzt mal Klartext: Die meisten von uns leben in der Stadt. Somit ist ein schöner großer Wald ums Eck eher Mangelware- außer vielleicht Parks oder ein kleiner Forst. Aber wie sehr sind diese für das Waldbaden geeignet?

Natürlich taugt ein schön großer, naturbelassener Wald am besten zum Shinrin Yoku. Das sorgt selbstverständlich für die volle Portion Wald-Feeling und geben perfekte Bedingungen für das Waldbad her. Wenn man aber genau so einen schönen großen Wald nicht in der Nähe hat und das Waldbad in den Alltag miteinbinden möchte, kann genauso den kleinen Wald ums Eck besuchen und achtsam und bewusst die Natur um sich herum wahrnehmen. 

Entspannen, achtsam wahrnehmen, Immunsystemstärken, … Besser geht’s eigentlich kaum: Also auf die Plätze, fertig, los, … und einfach sein: Viel Spaß beim Waldbaden!

Kompakt – 3 Tipps für das Waldbad: 

  1. 1) Tempo reduzieren, schlendern & entschleunigen
  2. 2) „Wald in die Hand nehmen“ – Anfassen & Fühlen
  3. 3) Hinsetzen & lauschen – sich ganz bewusst Zeit und Ruhe für das Waldbad nehmen

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