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Das Baumhirn und der Herbst

You are lucky, you have seasons! Sagte mal ein Taxifahrer zu mir in einem Land, in dem (fast) immer die Sonne scheint. Ja, der Kreislauf der Jahreszeiten hat schon einen ganz besonderen Reiz. Auch der Herbst mit seiner unglaublich prahlerischen Farbenvielfalt. Aber warum wird das Laub bunt und woher weiß der Baum, dass es Herbst ist?

Einfach herrlich wie sich derzeit das Laub verfärbt. Wenn dann noch ein Goldener Herbsttag mit stahlblauem Himmel für den Kontrast sorgt, dann hat das schon eine große Strahlkraft. Doch in der Natur ist es auch eine Zeit des Loslassens. 30.000 Blätter verliert so ein Laubbaum, eine richtig große Rotbuche gar 800.000 Blätter. Das sind etwa 28 kg.

Woher weiß der Baum, dass es Herbst ist?

Da spielen Faktoren wie die abnehmende Tageslänge, das veränderte Licht und die geringere Temperatur eine Rolle. Das Baumhirn registriert das alles und entscheidet dann, wann der richtige Zeitpunkt ist. Das kann recht individuell sein und hängt nicht nur von der Baumart ab.

Bäume reagieren also recht unterschiedlich. Wie bei den Menschen und Tieren auch gibt es recht vorsichtige, die ihr Laub lieber abwerfen ehe es erfriert. Andere wollen nochmal richtig Zucker tanken. In diesem trockenen Sommer 2022 war das oft nicht möglich wegen des Wassermangels und da haben heuer einige Bäume Nachholbedarf und werfen nur zögerlich ab.

Aber auch bei den Arten gibt es Unterschiede: Selbst kerngesunde Kirschbäume können schon sehr früh abwerfen, weil sie schon gesättigt sind. Erlen oder Eschen werfen dagegen manchmal grün ab, weil sie das Chlorophyll der Blätter gar nicht rausziehen, sondern so kräftig sind, dass sie einfach im kommenden Jahr das Blattgrün neu bilden.

Das alles kann also völlig unterschiedlich sein und ist eine Entscheidung des Baumhirns. Das gibt es wirklich und sitzt in den Wurzeln der Pflanzen.

Warum werfen die Bäume das Laub ab?

Weil der Baum in eine Art Winterschlaf, in eine Ruhe- und Erholungsphase geht. Damit das Laub nicht erfriert und dem Baum somit schadet. Aber auch, weil der Baum sich die Nährstoffe aus den Blättern zurückholt. Andererseits pumpen die Bäume Stoffe in die Blätter, die sie nicht mehr benötigen – Abfallstoffe praktisch. Also ähnlich, wenn der Mensch pinkeln muss – nur der Baum macht das halt nur einmal im Jahr, im Herbst.

Außerdem werfen die Bäume die Blätter ab, um sich im Winter mit Flüssigkeit vollzutanken, also um zu trinken. Das Wasser und die Nährstoffe gehen dann nicht in die Blätter, sondern in den Baum.

Es gibt aber noch einen Grund: Die Laubschicht am Boden soll zudem für einen gewissen Frostschutz sorgen. In natürlicher Umgebung, also im Wald, gefriert der Boden höchsten oberflächlich.

Warum verfärben sich die Blätter?

Bäume ziehen wichtige Inhaltsstoffe (Reserve- bzw. Nährstoffestoffe) aus den Blättern – das ist ein Grund für die Verfärbung. Außerdem hilft ein roter Farbstoff gegen Blattläuse. Es ist eine Art Tarnung, denn Blattläuse können rot nicht sehen. Der Baum ist also gar nicht da für die Laus. Besonders anfällige Bäume für Blattläuse tarnen sich also ganz besonders mit Rot.

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Hier findest du Infos zum Thema Wald & Gesundheit, Waldbaden.

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