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Donnerstag, 02. September 2010 | 19:42

The Bear Quartet: 89

14.01.2010

Junger Schwede!

The Bear Quartet rocken gegen blinde Anpassung und eingefahrene Konventionen, doch sie können auch gelassener mit ihrer Wut umgehen. Von JÖRG VON BILAVSKY

 

Schweden hat mehr zu bieten als schlecht gelaunte Kommissare wie Kurt Wallander und gut gelaunte Popgruppen à la Abba. Im Zwischenreich von Happy und Horror hat sich The Bear Quartet eingenistet und funkt von dort aus in regelmäßigen Abständen seine mental schwer zu verortenden Klangkreationen in die wirklichen Welten. Mit ihren unkonventionellen Songs und Auftritten haben sie innerhalb von über 20 Jahren eine nicht unbeträchtliche Fangemeinde erobert. „89“ dürfte sie sich noch vergrößern, stellt doch das neueste, nach ihrem Gründingsjahr benannte Opus gewissermaßen die Quintessenz ihres bisherigen Schaffens zwischen Indie, Rock und Pop dar. Obgleich in nur fünf Tagen abgemischt, wirkt die Platte ausgereift und keineswegs so düster, wie das Cover es vermuten lässt. Bei „Sweet Beef“, „Halmet“ oder dem speed-punkigen „Least Loved“ bedienen sie sich zwar recht scharfer Töne und rocken gegen blinde Anpassung und eingefahrene Konventionen, doch schon nach der Hälfte der Songs gehen sie mit ihrer aufgestauten Wut gelassener um. Hierbei treten elegische Songs wie „I Am Your Sister“ oder matt schillernde Perlen des Pop-Rock wie „Reanimation Of The Dead Sea“ in den Vordergrund der sonst eher rauen Soundlandschaft. Abgerundet wird das Ganze durch den fulminanten Indietrack „Northern“. Man darf die Band einfach nur zu ihrem Jubiläumsalbum beglückwünschen.

 

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