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Donnerstag, 17. Mai 2012 | 07:00

Various Artists: Bookends

26.08.2010

Plünderung für Liebhaber

Der Hamburger mairisch Verlag widmet sich in seiner 25. Veröffentlichung der hörbar gemachten Lyrik und spricht damit einem Genre seine Anerkennung aus, das für die Fangemeinde deutschsprachiger Musik schon längst eine eigene Kunstgattung ist. Von MIRJAM STUTZMANN

 

Ich weiß gar nicht, wie viele Kompilationen ich zu Hause stehen habe und bisher habe ich sie tatsächlich angehört ohne zu wissen was das eigentlich heißt - „compilation“ – ab jetzt wird das anders: compilatio, compilationis heißt „Plünderung“ oder auch „Ausbeute an Tagesneuigkeiten“. Interessant. „Bookends“, die aktuelle Kompilation vom mairisch Verlag, ist also die Plünderung des neuen deutschen Liedgutes, die Ausbeute (und ich bin überzeugt dass die Übersetzung „Ausbeutung“ hier nicht berechtigt wäre) an Neuigkeiten im Tagesgeschäft der deutschsprachigen Indiemusik.

 

Limitierte Perlen

Zehn Songs, die einen kleinen Einblick in die facettenreiche indie-Pop-Landschaft der Republik geben. Songs, die für sich stehen, die inhaltlich auf diesem Album in keinem Zusammenhang stehen und auf die man sich einlassen muss. Nebenherhören ist zwar möglich, bringt einen aber nicht unbedingt weiter. Es handelt sich schließlich um zehn vertonte Gedichte und schon in der Schule haben wir gelernt, dass man sich den Sinn und auch den persönlichen Gewinn an Gedichten manchmal durch Nachdenken ergründen muss.

 

Ein bisschen Zeit sollte man sich für das Album also nehmen wollen. Es ist für die Fans von den leisen indie-pop-Perlen, für Liebhaber, die dieses limitierte Jubiläumsalbum auf Vinyl erstehen und zuhause am Plattenspieler plündern was das Zeug hält. Neben exklusiven Stücken von schon etwas namhafteren Acts wie Gisbert zu Knyphausen, Clickclickdecker und Norman Palm gibt es noch geschlossene Perlen wie Wolfgang Müller und Spaceman Spiff zu öffnen.


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