Thematische Bündelung und essayistischer Ansatz
Die Publikation „Bilderschlachten“ liefert viele dieser Sichtweisen und dokumentiert die Instrumente ihrer Vermittlung in verschiedenen Kapiteln bzw. „Sequenzen“, wobei die Entwicklung der Medientechnik und ihre künstlerische Adaptation eine grobe Zeitleiste bilden: Antike, Buchdruck, Schlachtengemälde, Optische Telegrafie, Illustrierte, Feldpost, Telegrafie/Telefon/Funk, Fotografie, Propaganda, Radio, Film, Fernsehen, Computer und Internet (allein das Multifunktionsgerät Handy kommt hier etwas zu kurz). Die sequenzbildenden Begriffe verdeutlichen eine gelungene Synthese aus thematischer Bündelung und essayistischem Ansatz bei der Bewältigung des reichhaltigen Materials, das dargeboten wird.
Nahezu alle Kapitel – leider nicht auch „Propaganda“ – werden von informativen, oftmals entwicklungsgeschichtlich bilanzierenden Aufsätzen begleitet. Die Vielzahl der Aufsätze und präsentierten Exponate bringt es allerdings mit sich, dass gelegentlich bei wichtigen bzw. bekannten Werken eine tiefergehende Erläuterung ausbleibt – ist zum Beispiel Robert Capas „Republikanischer Milizionär“ nicht tatsächlich das Produkt des makaberen Verlaufs einer Inszenierung? Dies und die fehlenden Werk- und Literaturverzeichnisse sind aber die einzigen größeren Kritikpunkte an der opulenten Publikation.
Wo immer es sinnvoll und möglich erscheint, erweitern die Kunstwerke den Blick auf die Thematik. In der Mischung aus tatsächlichen oder manipulierten Zeugnissen und deren tendenziell realistischer, symbolischer oder metaphorischer Reflexion in der Kunst, die dann immer auch eine Reflexion über das „Warum“ des Krieges in Gang setzt, liegt eine Stärke von Publikation und Ausstellung.