Neo-Traditionalismus
Dass dies funktionieren kann, zeigen etwa die Arbeiten von Ji Dachun oder Xu Bing. Die Öffnung zum Westen ist also eine Chance, die jedoch künstlerische Risiken birgt, wie Xu Bing beschreibt: „Die größeren Möglichkeiten sind grundsätzlich gut für chinesische Künstler. Sie haben derzeit relativ schnell Erfolg. Von vielen Künstlern wird allerdings erwartet, dass sie noch mehr und höhere Qualität in der Kunst erreichen, aber sie sind vom Ruhm und vom Geld gefangen.“
Die knapp 70 Abbildungen können erwartungsgemäß leider nur einen äußerst bruchstückhaften Eindruck vom Neo-Traditionalismus in der aktuellen Chinesischen Kunst vermitteln. Aber „China's Revision“ kann mehr als nur oberflächlich Interesse wecken, vor allem weil der Band einige Interviews enthält, die Herausgeberin Beate Reifenscheid mit einigen chinesischen Künstlern geführt hat.
Die O-Töne von Fang Lijun (geb. 1963), Liu Xiaodong (geb. 1963), Xia Xiaowan (geb. 1959), Xu Bing (geb. 1955) und Yang Qi (geb. 1952) bieten Einblicke in verschiedene Lebenswelten und ihre Suche nach der eigenen Identität in der Auseinandersetzung insbesondere mit westlichen Vorbildern.